• Mehr Kulturtipps für Corona-Zeiten:?Was machen wir heute? Streaming-Vorschl?ge für Kontaktsperrezeiten

Mehr Kulturtipps für Corona-Zeiten : Was machen wir heute? Streaming-Vorschl?ge für Kontaktsperrezeiten

Alles geschlossen? Tipps für digitale Flaneure: Tennessee Williams beim Theatertreffen und Bachs Chaconne in der Elbphilharmonie.

Julia Preu? und Michael Pempelforth in "Sü?er Vogel Jugend" am Schauspiel Leipzig.
Julia Preu? und Michael Pempelforth in "Sü?er Vogel Jugend" am Schauspiel Leipzig.Foto: Rolf Arnold/Schauspiel Leipzig

Tipps für Dienstag, 5. Mai

Theater-Tipp

Weiter geht’s mit dem virtuellen Berliner Theatertreffen. Das vierte von insgesamt sechs gestreamten Stücken der Jury-Auswahl bringt das Publikum ins Schauspiel Leipzig, mit einem Multicam-Mitschnitt des Südstaatendramas ?Sü?er Vogel Jugend“ von Tennessee Williams. Ein gescheiterter Schauspieler kehrt an der Seite einer alternden Theaterdiva in seine Heimatstadt zurück und trifft dort seine Jugendliebe wieder. Die Inszenierung, hei?t es in der Ankündigung, greift ?die Selbst-Inszenierungen der Figuren auf und stellt sie genüsslich und h?chst unterhaltsam in ihrer H?rte und L?cherlichkeit aus“. Ab 20 Uhr, abrufbar für 24 Stunden. Anschlie?end steht ab etwa 22.05 Uhr das live gestreamte Nachgespr?ch auf dem Programm, mit Regisseurin Claudia Bauer, den Schauspielern Florian Steffens und Anita Vulesica, der Dramaturgin Katja Herlemann, dem Bühnenbildner Andreas Auerbach und dem TT-Juror Franz Wille. Es moderiert Tagesspiegel-Autorin Christine Wahl.

Film-Tipp

?Sorry We Missed You”: Auch wenn der Filmtitel danach klingt, Ken Loachs Arbeiterdrama hat nichts mit Corona-schlie?ungsbedingten Abwesenheiten zu tun. Es geht um die ?Gig Economy“, wie sie nicht nur in Gro?britannien existiert. Ricky verliert seinen Job auf dem Bau und heuert bei einem Paketzusteller an, mit immensem Leistungs- und Zeitdruck – und mit eigenem Lieferwagen. Den kann er nur mit noch mehr Schuldenmachen bezahlen, auch den Kleinwagen seiner Frau müssen sie dafür verkaufen. Was deren Arbeitsalltag als Altenpflegerin noch nervenaufreibender macht. überforderung, prek?re Existenz, Geldsorgen, Zukunftssorgen: Die vierk?pfige Familie zerbricht beinahe daran. Klingt dann doch fast nach Corona, von wegen der systemrelevanten, mies bezahlten Berufe und der jetzt erst recht gestressten Familien. Ab heute ist ?Sorry We Missed You“, das jüngste Werk des britischen Altmeisters, das 2019 in Cannes gefeiert wurde, bei Eurovideo auf DVD und als Video on Demand erh?ltlich.

Festival-Tipp

Lust auf mehr Home-Kino? Immer mehr Festivals schalten auf Online-Formate um, ab diesem Dienstag auch das Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern. Das Online-Festival #filmkunstzuhause findet sich auf der Festival-Homepage: 29 deutschsprachige Programme k?nnen dort für je zw?lf Stunden gestreamt werden, gegen eine einheitliche Gebühr von 4,99 Euro. Etwa das Drama ?Im Feuer“ von Daphne Charizani, angesiedelt an der türkisch-irakischen Grenze. Oder die ?sterreichische Tragikom?die ?Waren einmal Revoluzzer“, die beim Ophüls-Filmfest in Saarbrücken ausgezeichnet wurde. Oder ?Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes“, der preisgekr?nte Spielfilm von Niklaus Hilber über den Kampf eines Schweizer Ethnologen gegen die Rodung der Regenw?lder auf Borneo. Auch Kinder- und Jugendfilme sind dabei, und für Freitag ist eine Live-Kurzfilmnacht angekündigt.

Klassik-Tipp

Christian Tetzlaff steht alleine im gro?en Saal der Elbphilharmonie und spielt Bach und Ysa?e. Der riesige Raum ist abgedunkelt und doch h?rt und spürt man ihn mit, wenn der Hamburger Stargeiger die 2. Bach-Partita für Solovioline in d-moll spielt, mit der berühmten finalen Ciaconna und ihren 64 Variationen. Die wahnsinnigste Chaconne aller Zeiten; Brahms nannte sie ?eines der wunderbarsten, unbegreiflichen Musikstücke“. H?tte er, Brahms, je so ein Stück schreiben k?nnen, ?ich wei? sicher, die übergro?e Aufregung und Erschütterung h?tten mich verrückt gemacht“. Ein Selbstgespr?ch also in XXL, schier bis in alle Ewigkeit. Und selbst virtuell mit einem Hallraum, der unter den gro?en Konzerts?len der Welt seinesgleichen sucht – und der musikalisch fortgesetzt wird. Denn im 40-minütigen ?Elphi at home“-Konzert folgt die erste der sechs Solo-Sonaten von Eugène Ysa?e, die der Virtuose und Komponist 1923 seinerseits in Anlehnung an Bachs Partiten verfasst hat.
(Zusammenstellung: chp)

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