Entwicklungsminister Gerd Müller: : "Wir dürfen die ?rmsten nicht allein lassen"

Das Corona-Virus trifft die Menschen im globalen Süden mit aller H?rte. Sie haben wenig Schutz , ihre ?konomien leiden. Der Entwicklungsminister fordert Hilfe.

Wo Menschen wie hier in einem Slum in Manila auf den Philippinen, eng zusammenleben, ist Schutz vor dem Virus schwierig.
Wo Menschen wie hier in einem Slum in Manila auf den Philippinen, eng zusammenleben, ist Schutz vor dem Virus schwierig.Foto: dpa

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat wegen der Corona-Krise ein ?umfassendes, international abgestimmtes Stabilisierungspaket“ für Entwicklungsl?nder gefordert. ?Die Corona-Pandemie trifft mit aller H?rte jetzt die ?rmsten in den Entwicklungsl?ndern“, sagte Müller dem Tagesspiegel. Das Stabilisierungspaket solle arme L?nder in den Bereichen Gesundheit, Ern?hrung, soziale Sicherung und Wirtschaft unterstützen. Müller kündigte an, Deutschland werde ?seine entwicklungspolitischen Ma?nahmen in diesen Bereichen gezielt verst?rken“.

??Wir dürfen die Menschen in den ?rmsten L?ndern nicht allein lassen“, mahnte der Minister. Denn neben den humanit?ren Folgen werde die Corona-Krise auch dramatische wirtschaftliche Auswirkungen haben. ?Investitionen gehen massiv zurück. Viele globale Lieferketten wie beispielsweise Textil drohen zusammenzubrechen“, fügte er hinzu. Allein in Bangladesch seien Auftr?ge für 1,4 Milliarden Euro storniert worden. ?1,2 Millionen N?herinnen, die bislang kaum mehr als Hungerl?hne verdient haben, stehen vor dem Nichts“, meinte der Minister.

Alle international zur Verfügung stehenden Instrumente der UN, der Weltgesundheitsorganisation, der Weltbank und des Internationalen W?hrungsfonds müssten jetzt aufeinander abgestimmt werden, um die ?rmsten Staaten schnell und wirksam zu unterstützen, erkl?rte der CSU-Politiker. Wirtschaftlich starke Staaten müssten dabei eine Vorreiterrolle spielen: ?Die G7 und G20?sollten vorangehen, ein solches Stabilisierungspaket voranzubringen.“

Auch die UN haben einen weltweiten Nothilfeaufruf zum Kampf gegen das Coronavirus in L?ndern mit schwachen Gesundheitssystemen gestartet. ?Wir müssen die besonders gef?hrdeten Menschen unterstützen – Millionen Menschen, die sich am wenigsten schützen k?nnen“, forderte UN-Generalsekret?r Antonio Guterres am Mittwoch. Das sei eine Frage der menschlichen Solidarit?t.

Guterres rief Regierungen der UN-Staaten auf, den Nothilfeaufruf zu unterstützen. Gleichzeitig solle aber die Finanzierung laufender humanit?rer Hilfsprogramme aufrecht erhalten werden. Eine Umverteilung von finanziellen Mitteln der humanit?ren Hilfe schaffe ein Umfeld, in dem sich Krankheiten wie Cholera, Masern und Hirnhautentzündung weiter ausbreiten k?nnten, in dem mehr Kinder mangelern?hrt würden und Extremisten die Kontrolle übernehmen k?nnten. Insgesamt ben?tigt die UN nach eigenen Angaben zwei Milliarden US-Dollar für ihre Hilfsprogramme.

Wie Müller erwarten auch Experten, dass die ?konomien armer L?nder wegen der Pandemie dramatisch einbrechen werden. ?Die sich anbahnende Wirtschaftskrise im Norden l?sst die Preise für die Exportgüter des Südens ins Bodenlose stürzen“, sagte der Leiter des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, dem Tagesspiegel. Erd?l koste schon jetzt nur mehr die H?lfte von vor einem Jahr, andere Rohstoffe folgten. Zudem mache es der starke Dollar hoch verschuldeten L?ndern schwer, ihre Kredite zu bedienen.

Unterstützung des reichen Nordens in der Krise fordern auch Entwicklungs?konomen. ?Die Industriel?nder müssten hier schnell und gro?zügig Hilfe leisten“, sagte der Heidelberger Wirtschaftswissenschaftler Axel Dreher und fügte hinzu: ?Die sind aber erst einmal mit sich selbst besch?ftigt.“ Gro?zügige Hilfe lasse sich gegenüber der eigenen Bev?lkerung im Moment nur schwer erkl?ren. Dreher rechnet damit, dass nicht-westliche L?nder die Lücke füllen und damit ihren Einfluss ausbauen. ?Am ehesten ist schnelle Hilfe derzeit wohl von Russland und China zu erwarten“, meinte er.

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